Mandoline stimmen ist mit acht Saiten etwas aufwendiger als bei der Geige, aber die Töne sind dieselben: Die vier Saitenpaare, auch Chöre genannt, sind im Unisono in G D A E gestimmt (G3 D4 A4 E5), vom tiefsten zum höchsten Paar. Das gilt für die neapolitanische Mandoline mit gewölbtem Boden aus dem Zupforchester genauso wie für die Folk- und Bluegrass-Mandoline und das brasilianische Bandolim aus dem Choro.
Das Stimmgerät hört über das Mikrofon, erkennt das gespielte Paar und zeigt Ton, Cent und in welche Richtung du die Mechanik drehen musst. Nichts wird installiert oder aufgenommen.
So geht's
- Tippe auf Mikrofon einschalten und erlaube den Zugriff.
- Dämpf eine Saite des Paars mit der Fingerspitze ab und schlag die andere mit dem Plektrum an. Stimmen, dann umgekehrt.
- Nadel links: Die Saite ist zu tief, spannen. Nadel rechts: zu hoch, lockern. Im grünen Bereich (±5 Cent) ist sie gestimmt.
- Dreh die Mechanik langsam und stimm immer von unten an den Ton heran. Bist du drüber, etwas zurück und wieder hoch.
- Zum Schluss das ganze Paar anschlagen: Gestimmt klingen beide Saiten wie ein Ton, ohne Schwebung.
Unisono-Paare: Saite für Saite stimmen
Liegen die beiden Saiten eines Paars ein paar Cent auseinander, schwebt der Ton, und das Tremolo klingt unsauber. Spielst du das Paar zusammen, liest das Stimmgerät einen Mittelwert und verdeckt den Unterschied. Stimm also jede Saite einzeln und nutz das Unisono nur zur Kontrolle. Eine Schwebung pro Sekunde entspricht beim A-Paar etwa 4 Cent Unterschied, beim G-Paar mehr als 8.
Loser Steg und die Oktave am 12. Bund
Der Steg der Mandoline ist nicht geleimt, nur der Saitenzug hält ihn. Verrutscht er, stimmen die gegriffenen Töne nicht mehr, auch wenn die leeren Saiten passen. Spiel nach dem Stimmen die Saite am 12. Bund: Es muss derselbe Ton eine Oktave höher kommen, mit denselben Cent. Ist er zu hoch, schieb den Steg Richtung Saitenhalter; ist er zu tief, Richtung Hals.
Tipps
- Wechsle die Saiten einzeln, nie alle auf einmal, damit der Steg an seinem Platz bleibt.
- Neue Stahlsaiten dehnen sich am ersten Tag; stimm mehrmals nach, bevor du zur Probe oder Session gehst.
- Im Zupforchester einigt euch auf einen Kammerton, 440 oder 442 Hz, und stellt ihn bei allen gleich ein.
- Ein leichter Anschlag, den du ausklingen lässt, gibt eine ruhigere Anzeige als Tremolo.
Häufige Fragen
Wie wird eine Mandoline gestimmt?
G D A E (G3 D4 A4 E5), vom tiefsten zum höchsten Paar, jedes Paar im Unisono: 196, 294, 440 und 659 Hz bei a' = 440 Hz.
Ist die Mandoline wie eine Geige gestimmt?
Ja, Töne und Oktavlage sind identisch. Das Geigen-Stimmgerät findest du auf einer eigenen Seite.
Wie stimme ich beide Saiten eines Paares gleich?
Eine nach der anderen: die zweite Saite des Paars mit der Fingerspitze abdämpfen, anschlagen und stimmen, dann umgekehrt. Zum Schluss das Paar zusammen anschlagen und hören, ob die Schwebung weg ist.
Wie stimme ich eine Mandola?
Die Mandola des Zupforchesters liegt eine Quinte tiefer und wird C G D A gestimmt (C3 G3 D4 A4), genau wie die Bratsche. Nimm dafür das Bratschen-Stimmgerät und stimm jede Saite des Paars einzeln.
Warum klingen die Doppelsaiten schwebend?
Weil die beiden Saiten eines Paars nicht exakt gleich hoch klingen. Schon wenige Cent Unterschied erzeugen eine hörbare Schwebung. Stimm jede Saite einzeln, bis beide grün sind; bleibt die Schwebung, ist oft eine Saite alt oder der Steg verrutscht.
Sind Mandoline, Mandolin und Bandolim dasselbe Instrument?
Ja. Mandolin ist der englische Name, Mandolino der italienische, Bandolim der portugiesische. Die Bauformen unterscheiden sich (gewölbter Boden bei der neapolitanischen Mandoline, meist flacher beim brasilianischen Bandolim), die Stimmung ist dieselbe.