Gehörbildung heißt, zu erkennen, was du hörst: dass dieser Sprung eine reine Quinte ist, dass der Akkord Moll ist, dass die Melodie eine Terz nach unten ging. Genau das brauchst du, um Lieder nach Gehör nachzuspielen, im Chor oder in der Band sauber zu intonieren und sicher zu improvisieren. Diese Gehörbildung online bietet die klassische Übung aus dem Unterricht an Musikschule und Musikhochschule, mit sofortiger Rückmeldung und so vielen Wiederholungen, wie du willst.
Der Klang wird direkt im Browser erzeugt, ohne Download und ohne Konto. Jede Antwort fließt in eine Statistik pro Intervall und pro Akkord, die nur auf deinem Gerät gespeichert wird und zeigt, wo du am häufigsten danebenliegst und was du wiederholen solltest.
So geht's
- Wähl Intervalle oder Akkorde und das Level. Bei leicht kommen nur die am besten hörbaren Intervalle (große Sekunde, große Terz, Quarte, Quinte und Oktave) und nur Dur- und Moll-Akkorde.
- Bei Intervallen wählst du die Richtung: aufwärts, abwärts, beide Töne zusammen (harmonisch) oder gemischt, was echter Musik am nächsten kommt.
- Tippe auf Abspielen, hör zu und wähl die Antwort. Mit den Tasten 1 bis 9 kannst du antworten, mit Enter geht es weiter.
- Die richtige Antwort wird grün; lagst du falsch, wird deine rot, und mit „Töne anzeigen“ siehst du die gespielten Töne (deutsch mit H, umschaltbar auf B).
- Nutze Nochmal hören, so oft du willst: Ziel ist Lernen, nicht Raten. Unter „Trefferquote im Detail“ siehst du deine Quote für jedes Intervall und jeden Akkord.
Intervalle erkennen mit Liedanfängen
Der bekannteste Trick: Jedes Intervall mit dem Anfang eines bekannten Liedes verknüpfen. Kleine Sekunde: das Hai-Motiv aus „Der weiße Hai“ (abwärts: der Anfang von „Für Elise“); große Sekunde: „Alle meine Entchen“, „Bruder Jakob“; kleine Terz: Brahms' „Guten Abend, gut' Nacht“ (abwärts: „Hänschen klein“); große Terz: „When the Saints Go Marching In“ (abwärts: der Anfang von Beethovens Fünfter); reine Quarte: „O Tannenbaum“, Wagners Brautchor „Treulich geführt“; Tritonus: „Maria“ aus West Side Story; reine Quinte: „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ und das Thema von Star Wars; große Sexte: „Ein Prosit der Gemütlichkeit“, „My Bonnie Is Over the Ocean“; Oktave: „Somewhere Over the Rainbow“. Mit der Zeit brauchst du die Eselsbrücke nicht mehr und erkennst das Intervall direkt.
Akkorde: worauf du hörst
Zwischen Dur und Moll entscheidet die Terz, der mittlere Ton: In Moll liegt sie einen Halbton tiefer, und der Akkord klingt dunkler und geschlossener. Der verminderte Akkord hat zusätzlich eine tiefere Quinte und klingt gespannt, ohne Ruhe; der übermäßige hat eine erhöhte Quinte und klingt schwebend, „offen“. Septakkorde fügen einen vierten Ton hinzu: Der Dominantseptakkord will sich auflösen (er klingt nach „gleich geht es zurück zur Tonika“), der Dur-Septakkord (maj7) klingt weich und offen, und der Moll-Septakkord ist der Klang von Jazz und Bossa Nova. Das Training spielt den Akkord erst gebrochen, dann zusammen.
Wie viel du üben solltest
Zehn Minuten am Tag bringen mehr als eine Stunde pro Woche. Bleib bei leicht, bis du über 80 % richtig hast, wechsle zu mittel und erst dann zu schwer, wo Tritonus, Sexten und Septimen dazukommen. Wird ein Eintrag in der Statistik rot, wiederhol ihn mit Nochmal hören und vergleiche ihn mit einem Nachbarn, den du schon sicher erkennst, etwa große gegen kleine Terz.
Tipps
- Sing das Intervall nach, bevor du antwortest: Die Stimme hilft dem Ohr, den Abstand zu messen.
- Üb mit Kopfhörern bei mittlerer Lautstärke; über den Handylautsprecher gehen tiefe Töne unter.
- Wer im Chor oder in einer Band singt, konzentriert sich auf Terzen und Sexten, die Intervalle der zweiten Stimme.
- Setz die Statistik ab und zu zurück, um den echten Fortschritt zu messen.
Häufige Fragen
Wie kann ich Intervalle besser erkennen?
Mit kurzen, täglichen Übungen und sofortiger Lösung. Verknüpfe jedes Intervall mit einem Liedanfang, vergleiche Nachbarn wie große und kleine Terz und übe aufwärts, abwärts und zusammen: Die Musik nutzt alle drei Formen.
Welche Lieder helfen beim Lernen der Intervalle?
Die, die du am besten kennst. Die Klassiker stehen oben bei den Liedanfängen, eigene Eselsbrücken funktionieren aber genauso. Sing den Anfang leise mit, bevor du antwortest.
Wie höre ich den Unterschied zwischen Dur und Moll?
Achte auf die Terz, den mittleren Ton: In Dur liegt sie zwei Ganztöne über dem Grundton und der Akkord klingt hell, in Moll eineinhalb Töne darüber und er klingt dunkler.
Was ist ein Tritonus?
Das Intervall aus drei Ganztönen (übermäßige Quarte oder verminderte Quinte), das spannungsreichste der Oktave, zu hören am Anfang von „Maria“ aus West Side Story. Früher hieß es „Diabolus in Musica“.
Wie bereite ich mich auf die Gehörbildung in der Aufnahmeprüfung vor?
Sicheres Erkennen von Intervallen und Akkorden ist die Grundlage für Melodie- und Akkorddiktat. Übe täglich alle drei Level, bis deine Quote stabil über 90 % liegt. Tonleitern und Kadenzen deckt das Training noch nicht ab.
Wie lange dauert es, ein gutes Gehör zu entwickeln?
Mit zehn Minuten am Tag merken die meisten nach wenigen Wochen Fortschritte, zuerst bei den Intervallen des leichten Levels. Sexten, Septimen und Tritonus brauchen länger.
Was ist der Unterschied zwischen relativem und absolutem Gehör?
Das absolute Gehör erkennt einen Ton ohne Referenz, ist selten und lässt sich als Erwachsener kaum noch erlernen. Das relative Gehör erkennt die Abstände zwischen Tönen: Das trainierst du hier, und das brauchst du zum Spielen, Singen und für Diktate.
Hilft mir das, sauberer zu singen?
Ja: Sauber singen heißt, die Intervalle der Melodie zu treffen. Kombiniere das Training mit dem Sing-Spiel „Töne treffen“, das misst, wie genau deine Stimme ist.