Polyrhythmus Metronom & ungerade Taktarten
Ein normales Metronom klickt einen einzigen Puls. Dieses klickt zwei oder drei gleichzeitig und teilt denselben Takt in unterschiedlich viele Schläge: Bei 3:2 spielt Zyklus A dreimal, während Zyklus B zweimal spielt, und die ersten Schläge beider fallen zusammen. Jeder Zyklus hat seinen eigenen Klang (Holzblock, Piep, Clave oder Snare), seine eigene Lautstärke und seine eigene Farbe im Raster. So hörst und siehst du, wo sich die Schläge treffen und wo sie auseinanderlaufen. Du kannst einen Zyklus stummschalten und versuchen, ihn im Kopf weiterzuführen, während der andere weiterläuft.
So geht's
- Wähle den Modus Polyrhythmus und tippe auf eine Vorgabe (3:2, 4:3, 5:4, 7:4 ...). Für eine andere Kombination öffne Zyklen, Klänge und Unterteilung und stell die Pulse für Zyklus A, Zyklus B und, wenn du willst, einen dritten Zyklus ein.
- Stell das Tempo über das Zahlenfeld, die Tasten −5/+5 oder Tap ein. Im Polyrhythmus-Modus gehört das BPM zu Zyklus B, dem Grundpuls: Bei 3:2 mit 120 BPM spielt die 2 mit 120, und die 3 passt in denselben Takt.
- Drück Abspielen (oder die Leertaste). Die Zeile jedes Zyklus leuchtet auf seinen Schlägen auf, und ein Cursor läuft durch den Takt. Klopf zuerst nur den Zyklus mit den größeren Feldern, dann versuch beide Hände.
- Für ungerade Taktarten wechsle zu Ungerader Takt, tippe auf 7/8 oder 5/4 und wähle eine Gruppierung (2+2+3, 3+2+2 ...). Der Anfang jeder Gruppe wird betont, die Eins noch stärker. Weitere Taktarten und Gruppierungen findest du im Einstellungsbereich.
- Unter Zyklen, Klänge und Unterteilung änderst du den Klang jedes Zyklus, regelst einen leiser oder schaltest ihn stumm (Tasten 1, 2 und 3). Mit Link zur Einstellung kopieren schickst du die genaue Kombination an Schüler oder Bandkollegen.
Hilfe und Erklärungen
Der zweite Modus ist für ungerade Taktarten. Bei 7/8, 5/4, 9/8 oder 11/8 reicht es nicht, bis sieben zu zählen: Entscheidend ist, wie die Pulse gruppiert sind. Wähle 2+2+3, 3+2+2 oder 2+3+2, und das Metronom betont den Anfang jeder Gruppe, mit einem noch kräftigeren Klick auf der Eins. Das Raster zeigt die Zählung innerhalb jeder Gruppe (1 2 1 2 1 2 3), so wie Schlagzeuger und Bassisten diese Takte denken. Alles läuft im Browser, nichts wird an einen Server geschickt.
So lernst du 3 gegen 2 (und 4 gegen 3)
Der klassische Trick für 3:2: die kleinste gemeinsame Unterteilung zählen. Drei gegen zwei passt in sechs Teile: Der 3er-Zyklus fällt auf die Teile 1, 3 und 5, der 2er-Zyklus auf die Teile 1 und 4. Im Raster sieht man das sofort, weil die Felder beider Zyklen auf demselben Lineal liegen. Fang langsam an, etwa mit 60 BPM, beide Zyklen hörbar, und spiel die 2 mit dem Fuß und die 3 mit der Hand. Wenn das sitzt, schalte die 3 stumm und spiel sie weiter nur gegen die 2; danach tauschst du.
Bei 4:3 hat das Lineal zwölf Teile (die 4 fällt auf 1, 4, 7 und 10, die 3 auf 1, 5 und 9), und die beiden Zyklen treffen sich nur auf der Eins. Das macht den Polyrhythmus deutlich schwerer zu halten. Wenn du rausfliegst, schalte eine Unterteilung von 2 oder 3 pro Puls ein: Die kleinen grauen Punkte zeigen das gemeinsame Raster und helfen dir, den Schlag wiederzufinden.
Ungerade Taktarten: Die Gruppierung ist das, was du hörst
Ein 7/8 als 2+2+3 klingt wie ein Walzer mit einem zusätzlichen Schlag am Ende; als 3+2+2 wirkt er wie ein schneller Tango; als 2+3+2 wird er noch verwinkelter. Es sind immer gleich viele Achtel, aber die Akzente verändern die Musik. Deshalb betont dieses Metronom den Anfang jeder Gruppe, statt sieben gleiche Klicks zu zählen. Im 5/4 ist 3+2 das Muster von Take Five; 2+3 hört man in viel Balkanmusik und in Filmmusik. Im 9/8 ist 3+3+3 ein ganz normaler zusammengesetzter Takt (wie 6/8 mit einer Gruppe mehr), und 2+2+2+3 ist der Aksak, der "hinkende" Takt aus der Türkei und vom Balkan. Für 11/8 probier 3+3+3+2 oder 2+2+3+2+2.
Ist die Gruppierung, die du brauchst, nicht unter den Vorgaben, tipp sie im Einstellungsbereich ins Feld Andere Gruppierung ein (zum Beispiel 4+3 oder 3+3+2+3): Die Summe muss die Zahl der Pulse im Takt ergeben. Der Notenwert (x/4 oder x/8) ändert nur die Bezeichnung auf dem Bildschirm; das BPM zählt immer jeden einzelnen Puls. 7/8 mit 160 BPM heißt also Achtel mit 160, das sind etwa 23 Takte pro Minute.
Genauigkeit und Nutzung am Handy
Die Klicks werden auf der Audio-Uhr deines Geräts geplant (Web Audio), nicht mit einem JavaScript-Timer. Darum laufen die Ebenen nie auseinander, auch nicht beim Scrollen oder wenn ein anderer Tab beschäftigt ist. Auf dem iPhone kommt der Ton auch bei eingeschaltetem Stummschalter, und der Bildschirm bleibt während der Wiedergabe an, wenn der Browser es erlaubt. Deine letzte Einstellung wird auf deinem Gerät gespeichert; ein Link mit ?a=3&b=2&bpm=80 öffnet direkt diese Kombination, ohne deine gespeicherte Einstellung anzutasten.
Tipps
- Gib den Zyklen sehr unterschiedliche Klänge (Holzblock auf dem einen, Snare auf dem anderen): Das Ohr trennt die Ebenen viel leichter als bei zwei ähnlichen Pieptönen.
- Regle einen Zyklus nach und nach leiser, statt ihn sofort stummzuschalten. Wenn er bei null angekommen ist und du ihn trotzdem noch spürst, hast du den Polyrhythmus verinnerlicht.
- Sprich die Gruppierung bei ungeraden Taktarten erst mit Silben ("ta-ka ta-ka ta-ki-ta" für 2+2+3), bevor du sie auf dem Instrument spielst.
- Für schnelle 7/8-Stücke tippe beim Tap den Achtelpuls, nicht den ganzen Takt; wenn du lieber in Takten denkst, teil das BPM durch 7.
Häufige Fragen
Gilt das BPM für den Takt oder für jeden Schlag?
Im Polyrhythmus-Modus gehört das BPM zu Zyklus B, der zweiten Zahl (bei 3:2 laufen die 2 Schläge in diesem Tempo, und Zyklus A passt in denselben Takt). Im Modus Ungerader Takt gilt es pro Puls: 7/8 mit 160 BPM heißt, jede Achtel kommt 160-mal pro Minute.
Was ist der Unterschied zwischen 3:2 und 2:3?
Es ist dasselbe Muster mit vertauschtem Grundpuls. Bei 3:2 ist der 2er-Zyklus die Referenz (das BPM ist sein Tempo) und die 3 die Ebene obendrauf; bei 2:3 ist es umgekehrt. In der Praxis wählst du die Variante, deren Ebene du als Hauptpuls spüren willst.
Wie stelle ich einen 7/8-Takt als 2+2+3 ein?
Wechsle zu Ungerader Takt, tippe auf die Vorgabe 7/8 und dann auf 2+2+3. Der erste Puls des Takts ist am lautesten, der Anfang jeder Gruppe bekommt einen Akzent, und das Raster zeigt die Zählung 1 2 1 2 1 2 3.
Kann ich einen Zyklus stummschalten und das Raster weiter sehen?
Ja. Die Stumm-Taste jedes Zyklus (oder die Tasten 1, 2 und 3) schaltet nur den Klang ab; die Zeile leuchtet gedimmt weiter, damit du prüfen kannst, ob du an der richtigen Stelle spielst.
Kann ich drei Zyklen gleichzeitig laufen lassen?
Ja. Öffne im Modus Polyrhythmus den Bereich Zyklen, Klänge und Unterteilung und wähle einen Wert für Zyklus C (zum Beispiel 4:3:2). Alle drei teilen denselben Takt, und jeder bekommt eigenen Klang, eigene Lautstärke und eigene Farbe.
Funktioniert das Metronom offline und ohne Daten zu senden?
Die Klicks werden direkt im Browser erzeugt, nichts wird aufgenommen oder hochgeladen. Sobald die Seite geladen ist, braucht sie keine Verbindung mehr. Deine Einstellungen werden nur auf deinem Gerät gespeichert.
Warum beginnt der Takt neu, wenn ich während der Wiedergabe einen Zyklus ändere?
Wenn du einen Zyklus, die Gruppierung oder die Unterteilung änderst, startet der Takt in diesem Moment neu, damit alle Zyklen zusammen beginnen. Änderst du nur das BPM, startet nichts neu: Der Takt wird kürzer oder länger und behält seine Position.